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Bleiben Sie gesund!

Chanukka 2021!

Was ist das eigentlich, Chanukka? Mit diesem jüdischen Lichterfest/Ölfest wird an die Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem im Jahr 164 v. Chr. nach erfolgreichem Makkabäeraufstand erinnert.

Die Makkabäer beendeten die Herrschaft des Seleukidenreiches über Judäa und führten den traditionellen jüdischen Tempeldienst wieder ein. Sie beseitigten den zuvor im jüdischen Tempel aufgestellten Zeus-Altar, den hellenisierte Juden, die JHWH mit Zeus gleichgesetzt und auf griechische Art verehrt hatten, errichtet hatten.

Die Menora, der siebenarmige Leuchter im Tempel, sollte niemals erlöschen. Nach der späteren Überlieferung war aufgrund der Kämpfe mit den Seleukiden nur noch ein Krug geweihtes Öl vorzufinden. Dieses Öl reichte nur für einen Tag. Für die Herstellung neuen geweihten Öls wurden acht Tage benötigt. Durch ein Wunder habe das Licht jedoch acht Tage gebrannt, bis neues geweihtes Öl hergestellt worden war. Daran erinnern die acht Lichter des 8- bzw. 9-armigen Leuchters Chanukkia. Jeden Tag wird ein Licht mehr angezündet, bis am Ende alle acht brennen.

(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Chanukka)

 

Um auch durch die Speisen an das Ölwunder zu erinnern, werden sie mit reichlich Öl zubereitet. Wir wollen hier ein paar Chanukka-Rezepte und Traditionen vorstellen. Starten wir mit Latkes, auch Leviot genannt. Das sind Kartoffelpuffer, die meist mit Apfelmus und/oder Sauerrahm serviert werden. Es gibt aber zahlreiche Variationen.

 

28.11.21

Latkes

Für 4 Portionen braucht man

1 kg Kartoffeln
1 mittelgroße Zwiebel
2 Eier
etwa 30 g Mehl
eine Prise Salz
reichlich Pflanzenöl zum Braten

Die Kartoffeln schälen, reiben (gern etwas gröber), ausdrücken (evtl. auf Küchenpapier zum besseren Entwässern drücken). Zwiebel raspeln und unterheben. Eier mit Mehl und Salz verquirlen und mit der Kartoffelmasse verrühren. Masse portionsweise im vorher erhitzten Öl braten.

Nach Geschmack mit Apfelmus und/oder Sauerrahm servieren.

 

29.11.21

Sufganiyot

Sufganiyot

Sufganiyot dürfen zu Chanukka nicht fehlen. Diese Krapfen erinnern sehr stark an Berliner (Pfannkuchen).

Zutaten

500 g Mehl
1 Würfel frische Hefe
2 EL Zucker
1 Prise Salz
125 ml Milch (oder pflanzlicher Ersatz)
Saft von einer Orange
1 Ei (kann für eine vegane Alternative durch Apfelmus ersetzt werden)
3 EL Butter (alternativ Öl)
Marmelade zum Füllen (alternativ Vanillecreme, nach Belieben andere Füllungen)

Pflanzenöl zum Frittieren
Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung:

375 g Mehl in eine große Schüssel geben. Eine (nicht zu kleine) Mulde in der Mitte formen, die Hefe hineinbröseln (etwas zerzupfen). 1 EL Zucker darüber verteilen und die Hälfte der warmen Milch in die Mulde geben. Mit wenig Mehl vom Rand verrühren. Mit etwas Mehl bestäuben. Zugedeckt (z. B. feuchtes Geschirrtuch) an einem warmen Ort gehen lassen bis die Mehlschicht Risse zeigt.

Diesen Vorteig mit wenig Mehl vom Rand mischen. Die Butter mit dem restlichen Zucker und dem Orangensaft in der restlichen warmen Milch zergehen lassen und auf den Mehlrand geben. Verkneten und das Ei hinzugeben. Restliches Mehl unterkneten. Das Ganze so lange kneten, bis der Teig Blasen wirft. Den glatten Teig wieder gehen lassen. Dann etwa 0,5 cm dick ausrollen. Kreise ausstechen, z. B. mit einem Glas. Auf eine Hälfte der Kreise mittig etwas Füllung geben und je einen weiteren Teigkreis darauf geben. Am Rand festdrücken.

Die so vorbereiteten Sufganiyot auf ein Blech geben und nochmals gehen lassen.

Das Öl in einem Topf erhitzen und die Krapfen mit der aufgegangenen Seite mithilfe einer Schaumkelle ins Öl geben.

Bei geschlossenem Topf etwa 3 Minuten frittieren, dann wenden und im offenen Topf fertig backen. Auf Küchenpapier abtropfen lassen und mit Puderzucker bestäuben.

Zubereitungsvariante: Sie können auch fingerdicke Kreise ausstechen und die Krapfen erst nach dem Frittieren mithilfe einer Spritztüte füllen. Besonders für Cremefüllungen bietet sich diese Methode an.

 

30.11.21

Rugelachs

 I, MathKnight, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Zergehen auf der Zunge, nicht nur (aber besonders gerne) zu Chanukka. Sie lassen sich parve (also neutral, ohne Milchprodukte) zubereiten. Hier stellen wir die Variante mit Milchprodukten vor. Diese lassen sich aber leicht ersetzen.

Zutaten

240 g Butter
240 g Frischkäse
280 g Mehl (evtl. etwas mehr zum Bestäuben)
ca. 1/2 TL Salz

 

Für die Füllung:

250 g geraspelte Schokolade oder
je 125 g Mohn und Zucker gemischt oder
ca. 250 Nougatrohmasse mit gehackten Nüssen/Mandeln
(oder was die Kreativität hergibt)
2 verquirlte Eier zum Bestreichen

 

Zubereitung

Butter zerkleinern und mit dem Frischkäse Zimmertemperatur annehmen lassen. Beides miteinander vermengen, z. B. mit einer Gabel zerkneten.

Mehl, Salz und die Hälfte der Butter-Fischkäse-Masse mit dem Rührgerät verkneten. Dann den Rest der Butter-Frischkäse-Masse unterkneten, bis ein glatter Teig entsteht.

Den Teig auf eine vorher mit Mehl bestäubte Arbeitsfläche geben und vierteln. Die einzelnen Portionen zu dünnen Kreisen ausrollen (Frischhaltefolie zuhilfe nehmen). Anschließend mindestens eine halbe Stunde kühl stellen.

Die Teigkreise mit der Füllung bestreichen und gleichmäßig achteln. Zu kleinen Hörnchen aufrollen und erneut kaltstellen (am besten schon jetzt auf Backpapier verteilt).

Eier verquirlen und Rugelachs damit bestreichen, damit sie knusprig werden und glänzen.

Im vorgeheizten Ofen etwa eine halbe Stunde auf 180°C backen bis sie eine goldbraune Farbe angenommen haben.

 

01.12.21

Gibt es eine bestimmte Art, die Kerzen anzuzünden?

Acht Kerzen symbolisieren die acht Tage, die es brauchte, um das geweihte Öl für die Menora im Zweiten Tempel herzustellen. Viele Chanukka-Leuchter haben aber 9 Arme. Der 9. Arm ist für den sog. Diener vorgesehen, mit dem die anderen Kerzen angezündet werden. Es haben sich verschiedene Traditionen entwickelt. Besonders verbreitet ist diese: Die Kerzen werden von rechts nach links in die Chanukkia gesteckt. Entzündet werden sie dann von links nach rechts. Dabei werden Segenssprüche aufgesagt. Die Chanukkia soll möglichst gut sichtbar platziert werden. Oft wird sie daher ins Fenster gestellt, oft aber auch links des Hauseingangs, gegenüber der Mesusa (eine kleine Kapsel am Türpfosten, die eine Gebetsrolle mit dem sog. Schma Jisrael beinhaltet).

 

02.12.21

Latkesvariation mit Feldsalat, Ziegenkäse und Feigen

Latkes sind vielseitig. Der eine mag sie süß, der andere deftig. Heute haben wir eine Kombination aus süß und salzig für Sie.

Das Grundrezept der Latkes (siehe 28.11.21) können Sie übernehmen.

Dazu gibt es aber keinen Sauerrahm oder Apfelmus.

Sie brauchen zu den klassischen Latkes-Zutaten:

1 Bund/1 Packung frischen Feldsalat

ca. 200 g Ziegenweichkäse (wenn es koscher sein soll, darauf achten, dass mikrobielles Lab verwendet wurde. Wenn Ihnen Ziegenkäse zu streng ist, können Sie alternativ auch einen anderen würzigen Käse verwenden)

4 frische Feigen (alternativ passen auch Granatapfelkerne oder blaue Trauben sehr gut)

4 EL Himbeeressig

8 EL Walnussöl

Pfeffer und Salz

etwa 1 EL Honig

 

Zubereitung:

Die Latkes wie im Grundrezept vom 28.11.21 zubereiten. Für den Belag Feldsalat waschen, abtropfen und auf den fertigen Latkes verteilen. Ziegenkäse dünn schneiden oder (je nach Konsistenz) zerbröseln. Feigen waschen, in hauchdünne Scheiben schneiden und auf den belegten Latkes anrichten (alternativ Granatapfelkerne darauf verteilen). Himbeeressig, Walnussöl und Honig gut mischen, mit Pfeffer und Salz abschmecken und über den Portionen verteilen. Den Belag nicht zu kalt servieren. Wenn auch der Belag Zimmertemperatur hat, ist es aromatischer.

 

03.12.21

Nun, Gimel, He und Schin – Das Dreidelspiel

An Chanukka darf das Dreidelspiel nicht fehlen. Dreidel sind kleine Kreisel oder eine Art Würfel. Dabei wird oft um Süßigkeiten, z. B. Chanukka-Geld (aus Schokolade) gespielt. Der Dreidel hat vier Seiten, jeweils mit einem Schriftzeichen versehen. Diese Schriftzeichen (n, g, h, s bzw. p) stehen für

(Nes gadol haja scham, „Ein großes Wunder geschah dort.“) bzw. נס גדול היה פה (Nes gadol haja po, „Ein großes Wunder geschah hier.“), je nachdem, ob man in Israel lebt oder nicht. Mit dem besagten Wunder ist das „Ölwunder“ gemeint. Gleichzeitig stehen die Zeichen für die Gewinne, Verluste bzw. Einsätze im Spiel:

  • Nun = (נישט nisht, ‚nichts‘) – Man gewinnt nicht, verliert aber auch nichts.
  • ג Gimel = (jidd. גאַנץ gants, ‚ganz‘, d. h. „alles“) – Man gewinnt den gesamten Kasseninhalt, danach muss jeder Spieler wieder ein Stück in den Pott legen.
  • ה He = (jidd. האַלב halb) – Man gewinnt die Hälfte der Kasse (aufgerundet). Manchmal wird verlangt, dass, wenn nur ein Stück verbleibt, jeder eines nachlegen muss.
  • ש Schin = (jidd. שטעל אײן shtel ayn, ‚stell ein‘, d. h. „leg [ein Stück] ein“) – Man muss ein Stück in die Kasse legen. Wer nichts mehr in die Kasse legen kann, scheidet aus.

Der Einsatz kann von einem Stück Gelt (געלט, jiddisches Wort für Geld) auf zwei erhöht werden.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Dreidel

 

05.12.21

Das Dreidelspiel musikalisch – I had a little Dreidel

Ein beliebtes Chanukka-Kinderlied ist „I had a little Dreidel“. Der englische Text wurde 1927 von Samuel S. Grossmann verfasst. Die Melodie stammt von Samuel E. Goldfarb. Eine pfiffige Version der jüdischen A-capella-Gruppe „Shir Soul“ aus New York möchten wir Ihnen nicht vorenthalten.

 

05.12.21

Acht Kerzen – Ocho Kandalikas

Damit auch musikalisch alle acht Lichter leuchten, hier eine Aufnahme von Alisa Fineberg mit „Ocho Kadalikas“