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Vortrag mit Filmbeispielen: „DISPLACED. (R)Emigranten als Figuren im Film nach 1945“

Di 20. Februar 2018 – 19 Uhr – Rathaus im Ratssaal – Eintritt: 4 EURO

Dass die Heimat Fremde geworden ist, hat Alfred Polgar 1948 das „Emigranten-Schicksal“ genannt. Dass die Heimat fremd bleibt, ist das Remigranten-Schicksal. Autobiographien und Briefwechsel bezeugen, dass die, die nach Kriegsende zurückkehren, nicht willkommen sind, überflüssig, gedemütigt, ignoriert, heimat- und trostlos – displaced persons. Das Nachkriegs-Kino betreibt ab 1945 Geschichtspolitik, wenn es trösten, versöhnen, aufklären und vergessen machen will. Es kennt die Täter- und die Kriegsheimkehrerfigur, aber nur selten die Figur des Remigranten.

Eine kommentierte Montage aus Filmsequenzen charakterisiert den marginalen, aber aufschlussreichen filmischen Topos Remigration – zwischen Sehnsucht und Enttäuschung, zwischen Verzeihen und Rache, zwischen Re-Education und Außenseitertum.

Gezeigt werden Ausschnitte aus:

ZWISCHEN GESTERN UND MORGEN (1947), GERMANIA ANNO ZERO (1948), DER RUF (1949), DER VERLORENE (1951), WELCOME TO VIENNA – WOHIN UND ZURÜCK (1984/85), DER HIMMEL ÜBER BERLIN (1987), DER PASSAGIER. WELCOME TO GERMANY (1988), EUROPA (1991), AUF WIEDERSEHEN AMERIKA (1994), PHOENIX (2014), IM LABYRINTH DES SCHWEIGENS (2014), DER STAAT GEGEN FRITZ BAUER (2015)

– Das Foto zeigt den Schauspieler Fritz Kortner im Film „Der Ruf“ von Josef v. Baky – BRD 1949. ©Filmmuseum Berlin – Deutsche Kinemathek –