Nächstens in der Cohn-Scheune

• 23.12.2019  – 18 Uhr: Chanukka und Lebendiger Advent

• Stolpersteine für Oskar und Robert Alexander in Bad Bramstedt verlegt (21.11.2019)

• 09.11.2019 – 18 Uhr: Ratssaal Rotenburg: Film „Menschliches Versagen“ (Michael Verhoeven)

• 14. Oktober 2019: Demonstration mit Menschenkette rund um unser Museum

• Sonderausstellung mit dem nachgebauten Gebetssaal aus Zeven (1937) im Obergeschoss

Chanukka – Lebendiger Advent

Wir laden wie  in jedem Jahr wieder zum jüdischen Lichterfest CHANUKKA. In diesem Jahr  liegen die acht Tage des fröhlichen Festes in der letzten Dezemberwoche (23.-30.12.). In der Cohn-Scheune wird am Montag, dem 23. Dezember um 18 Uhr die erste Kerze am Chanukka-Leuchter entzündet. Gleichzeitig begehen wir auch den 23. Tag des LEBENDIGEN ADVENT.

Der Vorstand des Fördervereins der Cohn-Scheune e.V. wünscht allen Mitgliedern, Freunden, Förderern und Gästen   „chag chanukka sameach“ zum Lichterfest, ein fröhliche Advents- und Weihnachtszeit und einen guten Start in das neue Jahr!

Der Tod auf steilem Berge

Donnerstag, 5. Dezember 2019 spricht der Bremer Rechtshistoriker Prof. Dr.  Christoph Schminck-Gustavus  um 19 Uhr in der Cohn-Scheune. In einem Bildervortrag stellt er die Ergebnisse seiner Recherchen über die juristischen Verfahren der Nachkriegszeit gegen die NS-Richter vor, die den Tod von Dietrich Bonhoeffer und Klaus von Dohnanyi zu verantworten hatten.

Der Tod auf steilem Berge“ ist der Titel seines Vortrages. So beginnt ein Gedicht, welches Bonhoeffer unmittelbar nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 geschrieben hat. Auf einem solchen „steilen Berg“ liegt das KZ Flossenbürg, wo Bonhoeffer am 9. April 1945 ermordet wurde.

Hans von Dohnanyi war ein Schwager Bonhoeffers. Beide waren im Gestapo-Hauptquartier in der Berliner Prinz-Albrecht-Straße inhaftiert, beide wurden von denselben NS-Richtern in einem Scheinverfahren zum Tod verurteilt. Dohnanyi starb im KZ Sachsenhausen, ebenfalls am 9. April 1945.  (Fotos:  Bonhoeffer im Gefängnis Tegel 1943; Hinrichtungsstätte Flossenbürg 2015 © Schminck-Gustavus)

Stolpersteine für Oscar und Robert Alexander

Seit 1821 lebte die jüdische Familie Alexander in Visselhövede. Jacob Meyer Alexander war der Bruder der Ehefrau Esther von dem Rotenburger Isaak David Cohn. Jacobs Sohn, Martin Alexander wurde 1872 zum Bürgermeister von Visselhövede gewählt, sein Porträt hängt im Rathaus der Stadt. Sein 1881 geborener Sohn Oscar verließ Visselhövede und wurde  nach dem Ersten Weltkrieg langjähriger, erfolgreicher Direktor der Rheuma-Heilstätte, später Kuranstalten von Bad Bramstedt. Am 25. Oktober 1942 wurde er in Sachsenhausen ermordet. Sein Sohn Robert konnte 1938 noch rechtzeitig nach Kolumbien fliehen. Er verstarb dort 1990. Seine beiden Töchter leben inzwischen wieder in Deutschland und stehen in Kontakt zu den Wohnorten ihrer Vorfahren.

Am 21. November d.J. verlegte Gunter Demnig die beiden Stolpersteine vor dem Haus Oscar-Alexander-Straße 24 auf Anregung der Stadtverordnetenversammlung von Bad Bramstedt.

Gunter Demnig hat seit 1992 etwa 75.000 Stolpersteine in mehr als 1000 deutschen Kommunen und in 24 Staaten Europas verlegt. Sein Projekt dürfte damit das größte dezentrale Mahnmal der Welt sein. (Quellen: Hamburger Abendblatt 23.11.2019; M. Wichmann: Jüdisches Leben in Rotenburg,  PD-Verlag 2010)

(Fotos: © A. Quehl 2019)