Nächstens in der Cohn-Scheune

• 24. September 2019: Lesung – „Aus dem Gepäck der Kriegskinder“ – Bremer Autoren erinnern sich

• 26. Juli 2019: Hildegard Jacobsohn feiert ihren 100. Geburtstag

• Seit Di 16.04.2019 läuft die neue Ausstellung mit dem nachgebauten Gebetssaal aus Zeven (1937) und auch die Treppenhaus-Austellung mit der Plakat-Retrospektive „12 Jahre Kulturwerkstatt Cohn-Scheune“

Als die Städte brannten …

Di 24 09.2019 – 19 Uhr: Lesung mit Musik: „Aus dem Gepäck der Kriegskinder“ in der Cohn-Scheune

Die Bremer Autoren Inge Buck, Mathias Groll, Siegfried Marquardt, Hartwig Struckmeyer, zwischen 1934 und 1940 geboren, haben den Zweiten Weltkrieg als Kinder erlebt. Ihre Erinnerungen daran haben sie in Gedichte und kurze Prosatexte gefasst. „Aus dem Gepäck der Kriegskinder“, lautet der Titel ihres Buchs, aus dem sie lesen werden. Eingebrannte Geräusche und Bilder kommen nach über 70 Jahren zur Sprache. Das Heulen des Fliegeralarms, das Schießen der Flak, das Pfeifen der Bomben, ihre Detonation. „Als die Städte brannten, verstand ich nicht, dass die Wahrscheinlichkeit zu sterben hoch war. So blieb ich ein furchtloses Kind“, Mathias Groll. Die Kriegsspiele der Kinder im Krieg. Das Spiel Wer-hält-den-Hunger-am-längsten-aus? Die Mutter, die neben ihrem eigenen Kind auch ein Flüchtlingskind stillt. „Der Vater schrieb Briefe, hinter dem Fluss fuhren die Züge in einen Tunnel, dahinter begann der Krieg“, Inge Buck. Es ist eine Gratwanderung zwischen Erzähltem und Nicht-Erzählbarem, zwischen Lebensgeschichte und Zeitgeschichte, zwischen Schweigen und Schreiben.

Musikalische Begleitung: Ortrud Staude, Akkordeon.

Foto: Inge Buck / v. li.: Siegfried Marquardt, Inge Buck, Hartwig Struckmeyer, Ortrud Staude, Mathias Groll

Das Buch ist 2015 im Verlag Edition Falkenberg erschienen, der seinen Sitz in Rotenburg/Wümme hat, und kostet € 14,90.

Hildegard Jakobsohn feiert 100. Geburtstag

Eine kleine Delegation aus Rotenburg besuchte jüngst  Hildegard Jakobsohn in Dresden, um ihr zu ihrem 100. Geburtstag am 26. Juli zu gratulieren. Sie ist die überlebende Tochter von Hermann und Gertrud Cohn, die als jüdische Mitbürger Rotenburgs 1943 nach Auschwitz deportiert worden waren und dort umkamen (siehe auch Kapitel: Cohn-Scheune / Die Familie Cohn). Bürgermeister Andreas Weber und die Erste Stadträtin Bernadette Nadermann, zugleich Vorstandsmitglied im Förderverein Cohn-Scheune e.V. , verliehen ihr die „800 Jahr Feier“ – Silbermedaille der Stadt Rotenburg (Wümme). Im Anschluss trug sich Hildegard Jakobsohn in das Goldene Buch der Stadt ein. Mit dabei waren Christel Gerken (Vorstandsmitglied des Fördervereins) und Helga Henze, eine Rotenburger Freundin der Familie, sowie Edith Meinhard, die Tochter von Hildegard Jakobsohn (nicht im Bild).  [Foto: H. Henze]

Weitere Infos im Artikel „Bewegtes und bewegendes Leben“ von Guido Menker in der Rotenburger Kreiszeitung vom 26.07.2019.