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Andrea Hammel: Die schwierige Geschichte der KINDERTRANSPORTE 1938/39 nach Großbritannien

Buchvorstellung in der Cohn-Scheune am Dienstag, 26. Mai 2026, 19.00 Uhr

1938 und 1939 flohen über 10.000 Kinder und Jugendliche nach Großbritannien, um der
Verfolgung durch die Nazis zu entkommen. Diese als „Kindertransport” bekannte Aktion
wurde lange Zeit als humanitäre Rettung gefeiert – doch hinter den vielen Geschichten der
Geretteten verbergen sich unangenehme Wahrheiten.
Die britische Regierung befreite die jungen – zumeist jüdischen – Kindertransportflüchtlinge
von der Visumpflicht, aber die Organisation und Finanzierung des Programms musste von
Freiwilligen übernommen werden. Die britische Regierung verlangte eine Garantie zur
Absicherung gegen etwaige Kosten und weigerte sich, die Eltern der Flüchtlingskinder
aufzunehmen. Bei den Auswahlkriterien wurden diejenigen bevorzugt, die voraussichtlich den
größten Beitrag zur britischen Gesellschaft leisten würden und nicht die dringendsten Fälle.
Einige Kinder und Jugendliche wurden in ungeeigneten Pflegestellen untergebracht, wo viele
weitere Traumata erfuhren.

Andrea Hammels fachkundige Analyse, geschrieben mit beeindruckender Empathie und
Einsicht, wirft ein neues Licht auf die tatsächlichen Ereignisse während der
Kindertransportaktion und den Jahren danach. Dieses aufschlussreiche und leidenschaftliche
Buch ist eine unverzichtbare Lektüre für alle, die sich für die Geschichte der Flucht aus dem
nationalsozialistischen Deutschland interessieren, und bietet Denkanstöße dafür, wie wir
Kindern, die heute vor Konflikten fliehen, das Leben erleichtern können.
„Die schwierige Geschichte der KINDERTRANSPORTE 1938/39 nach Großbritannien“ ist
im März 2026 bei Hentrich & Hentrich, Berlin, Leipzig erschienen.

Dr. Andrea Hammel ist Professorin im Modern Languages Department der Aberystwyth
University in Wales, Großbritannien, und Direktorin des Centre for the Movement of People.
Zahlreiche Publikationen zum Exil in Großbritannien, u. a. Finding Refuge: Stories of the
men, women and children who escaped to Wales to flee the Nazis (Honno, 2022) und The
Kindertransport: What Really Happened (Polity, 2023). Seit 2025 ist sie die Vorsitzende der
Gesellschaft für Exilforschung e.V. Am 19. September 2020 hielt Dr. Andrea Hammel anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der
Cohn-Scheune einen Vortrag zum Thema „Die Kindertransporte 1938/39 in das Vereinigte
Königreich aus deutscher und britischer Sicht“ mit Bezug auf die Litfaßsäulen-Ausstellung
„Am Ende des Tunnels“, die damals auf der Kirchwiese präsentiert wurde.