Almuth Quehl: Was die Rotenburger Meldelisten über jüdische Bürger*innen erzählen

Auszug aus dem Melderegister, Stadtarchiv Rotenburg, Foto: Almuth Quehl

Vortrag in der Cohn-Scheune am 30. September 2025, 19.00 Uhr

Die Auswertung der Rotenburger Meldelisten der Jahre 1885 bis etwa 1912 bringt eine erstaunliche Menge an Informationen über Jüdinnen und Juden, die zumindest zeitweise in Rotenburg gelebt haben, hervor. Neben dem Geschäft der Cohns existierte über einige Jahre ein zweites größeres Geschäft mit jüdischen Inhabern. Auch Mitglieder der aus Visselhövede stammenden Familie Alexander finden sich in den Meldelisten.

Almuth Quehl ist geboren 1960 in Lüneburg, aufgewachsen in der Lüneburger Heide, seit 2006 Gästeführerin in Rotenburg (Wümme)

Clément Moreau: Tim, Tom und Mary

Buchpräsentation in der Cohn-Scheune am Mittwoch, 13. August 2025, 14.30 bis 17.00 Uhr

Eine Bildergeschichte über Flucht und Solidarität zum Ausmalen
und Erzählen

Der Künstler Carl Meffert (1903–1988) lebte ab 1933 als Flüchtling unter dem Namen Clément Moreau in der Schweiz und ab 1935 mit seiner Frau Nelly Guggenbühl im argentinischen Exil.
1940 entstand die Bilderfolge „Tim, Tom y Mary“, die davon er zählt, wie Tim sich mit seiner Katze vor dem Krieg rettet. Mit einem Kindertransport aus Holland kommend, findet er
Aufnahme bei seinen Verwandten in England. Nach den deutschen Luftangriffen flieht er zusammen mit seinem Cousin Tom und seiner Cousine Mary und vielen anderen Kindern ins Exil nach Buenos Aires. In eindrücklichen Bildern gelingt es dem Künstler, die Flucht
geschichte als Reise und großes Abenteuer zu erzählen. In bedrohlichen Situationen können die Kinder sich und sogar die Katze retten, weil sie tatkräftig und solidarisch handeln und sich selbst behaupten können. Die mit viel Empathie erzählte Bilderfolge ist angesichts der sich weltweit dramatisch zuspitzenden Flüchtlingssituation hochaktuell und pädagogisch von großer Bedeutung.

Eine Bildergeschichte über Flucht und Solidarität zum Ausmalen und Erzählen

Herausgegeben von Inge Hansen-Schaberg, Förderverein Cohn-Scheune e.V., Rotenburg (Wümme), und Thomas Miller, Stiftung Clément Moreau, Zürich, 36 Seiten, 20 Farbabb., Hardcover, 21 x 26 cm, €17,00, ISBN 9783955657260, Ab 7 Jahren, Juni 2025

Wiederholungstermin: Lisa Hoppe/Nico Delpy: Brockel 1945 – oder soll ich von mir reden – Eine Chronologie des Schweigens

6. September 2025, 20.00 Uhr, Auditorium, Kantor-Helmke-Haus

Eine Kooperationsveranstaltung des Förderverein e.V. Cohn-Scheune mit der Volkshochschule Rotenburg (Wümme)

Lisa Hoppe/Nico Delpy – Brockel 1945 – oder soll ich von mir reden
Eine Chronologie des Schweigens

In einem kleinen Dorf in Norddeutschland geht seit Jahrzehnten ein Gerücht um – kurz vor Kriegsende, im Frühjahr 1945, sei ein Güterwaggon mit KZ-Häftlingen am Dorfbahnhof gestrandet. Der Rest ist Schweigen – wer versucht, mehr über die Geschichte zu erfahren, stößt auch Jahrzehnte später schnell auf Unmut. Trotzdem gibt es im Dorf auch immer wieder Versuche, eine Aufarbeitung in die Wege zu leiten. Doch wieso verzögerte sich die Vergangenheitsbewältigung so sehr? Welche Auswirkungen haben Verdrängen und Schweigen auf die Gemeinschaft? Wie entscheidend sind mitmenschliches Verhalten und Handeln? Und was ist vor 80 Jahren tatsächlich in Brockel passiert? Schauspieler Nico Delpy und Bassistin/Komponistin Lisa Hoppe begeben sich gemeinsam auf Spurensuche und erzählen mit den Mitteln der Musik und des Theaters eine Geschichte aus Nachkriegsdeutschland. Doch die Auswirkungen dieser Geschichte reichen bis in die Gegenwart, denn auch ihre eigenen Biografien stehen in Verbindung mit den Ereignissen…

Musik-Theater-Stück, ca. 70 Minuten

Nico Delpy – Schauspiel, Gesang

Lisa Hoppe – Kontrabass, Gesang

Idee, Konzept, Text & Produktion: Lisa Hoppe & Nico Delpy

Samstag, 06.09.2025, 20.00 Uhr
Eintrittskarten (10,00 €) sind im Vorverkauf in der VHS-Geschäftsstelle und der Tourist-Information der Stadt erhältlich.